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KATHARINA WULFF · DAS KREISSHAUS

ERÖFFNUNG
Sonntag 17. März 2019, 12 - 18 Uhr

ÖFFNUNGSZEITEN
Samstag und Sonntag, 12 - 18 Uhr

Wir laden herzlich zur Eröffnung unserer neuen Ausstellung ein.
Eintritt, Kaffee und Kuchen frei.

KATHARINA WULFF, 1968 in Berlin geboren, lebt und arbeitet in Marrakesch und Berlin. Sie studierte Ballett, arbeitete beim Film und Theater und studierte später Malerei an der Hochschule der Künste in Berlin. Ihr Arbeiten sind weltweit in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen und in renommierten Sammlungen.

Das Haus Mödrath zeigt Katharina Wulffs bislang umfassendste Ausstellung in Deutschland. In einer großen Überblicksausstellung sind Malerei und Zeichnungen aus den 1990er Jahren bis in die Gegenwart erstmalig zusammen mit ihren Architekturen aus Mosharabia-Wänden und ornamentalen Zedernholztüren zu sehen. Speziell für das Dachgeschoss des Gebäudes entwickelte K.W. in Zusammenarbeit mit marokkanischen Kunsthandwerkern eine neue Installation aus farbigen Glasfenstern.

Der Ausstellungstitel, „Das Kreißhaus“, bezieht sich auf die Geschichte des Hauses, das Anfang der 1920er Jahre ein Wöchnerinnenheim war. K.W. interessiert sich für gesellschaftliche und soziale Wirklichkeit und findet dafür in ihren Werken eine spezifische und spannungsvolle Form des Ausdrucks. Ihre Arbeiten verweisen auf bestimmte Traditionen, wie die Landschaftsdarstellungen des ausgehenden 16. und 17. Jahrhunderts, zitieren jedoch gleichzeitig die Moderne vom Symbolismus über die Neue Sachlichkeit bis zum Surrealismus, und übertragen dies in eine ganz eigene, zeitgenössische Bildsprache.

K.W. wählt häufig klassische Bildsujets wie das Porträt, das Landschaftsbild oder die Genreszene. Viele ihrer Bilder sind von Anachronismen oder stilistischen Kontrasten geprägt. Manche Figuren scheinen aufgrund ihrer Haartracht und Kleidung der Malerei des 18. Jahrhunderts oder der Welt des Theaters entsprungen und aus der Zeit gefallen zu sein, während andere in sehr bewusst gewählten, oft ungewöhnlich kombinierten Moden des 20. und 21. Jahrhunderts gekleidet sind. Manche Bereiche eines Bildes malt K.W. überdeutlich, während andere nur angedeutet werden; einige Figuren haben zum Beispiel keinen Mund oder keine Augen, Silhouetten verlieren sich im Schemenhaften.

Ausgestellt aber nicht preisgegeben – so erscheinen Personen in imaginären Landschaften und vor städtischen Szenarien. K.W.s Arbeiten führen beiläufig oder alltäglich erscheinende Haltungen, Handlungen und Situationen in zuweilen befremdlicher Rätselhaftigkeit und Entrücktheit vor Augen. Die architektonischen Arrangements und Environments, die sie seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit ihrer Familie und Kunsthandwerkern ihres Wohnortes produziert, tragen zu einer immersiven und intensiven Erfahrung ihrer Bildwelten bei.